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Kurt Guggenheim

Entfesselung/Sieben Tage
Die munter-betörenden Anfänge eines grossen Erzählers

Es in den beiden Romanen «Entfesselung» und «Sieben Tage», mit denen er 1935 und 1936 debütierte, schon vieles von dem vorgeprägt, was die Besonderheit von Guggenheims Meisterwerken ausmacht: das rastlose Suchen nach dem Sinn des Daseins, die Liebe als elementare Kraft, das Ringen des Einzelnen um seinem Platz in der Gemeinschaft. Bloss dass uns hier noch spontan und unmittelbar entgegentritt, was Reflexion und Strategie später zum integrierenden Teil eines grösseren Ganzen machen.

«Entfesselung» spielt um 1935 in Zürich und ist der Roman einer Flucht. Der 25jährige Peter Quirin steht am Totenbett seiner Geliebten Valerie und ist sich nicht sicher, ob er den Verlust nicht auch als Befreiung empfinden soll. Aus Angst vor dieser Einsicht bezichtigt er sich selbst des Mordes an der Geliebten, findet im Gefängnis aber zu sich selbst und zur Erkenntnis, dass es das beste ist, die Stadt für einige Zeit zu verlassen. Obwohl ihn Valeries Tochter Yvonne mit ihrer Liebe zurückhalten will, reist er nach Bolivien und löst sich aus allen Verstrickungen. Das Gespräch mit einem alten Menschenfreund aber hat ihn gelehrt: «Der Sinn der Sprache ist Entfesselung von der Einsamkeit.»

«Sieben Tage» spielt ebenfalls um 1935 in Zürich und ist ein Heimkehrerroman. Karl Meidenholz ist nach 15 Jahren von weither zurückgekommen, um sich für jenen Vorfall zu rächen, der ihn aus der Stadt trieb und in den nicht nur mehrere Schulkameraden, sondern auch seine damalige Geliebte Angeline verwickelt waren. Aber ein plötzlich auftretendes Augenleiden und die zarte Beziehung zur jungen Helene, die ihn seines Heimwehs wegen liebt, bringen ihn zur Erkenntnis, dass keiner etwas für sich allein ist und dass das Bindende mehr Kraft als das Trennende besitzt. So dass das «Du gehörst jetzt wieder zu uns» der jungen Geliebten seine endgültige Heimkehr bedeutet.

Die NZZ zu diesem Buch


Kurt Guggenheim
Werke VII, «Entfesselung» / «Sieben Tage»
neu herausgegeben und mit einem biographischen Nachwort versehen von Charles Linsmayer
Ca. 384 Seiten, mit zahlreichen Fotos Gebunden mit Schutzumschlag
Reihe Reprinted by Huber, Band 26
Ca. sFr. 48.- / 31.90
ISBN 978-3-7193-1522-1
September 2009


Beachten Sie dazu auch den Eintrag zu Kurt Guggenheim im Autorenlexikon